Themen - Neuigkeiten aus der Frauenheilkunde
Wechseljahre
Die Menopause tritt zwar im fortgeschrittenen Alter auf, sie ist aber im eigentlichen Sinn kein Alterungsprozess. Die sogenannten Wechseljahre sind ein vielmehr einzigartiges Phänomen, ein Lebens-Wandel in der Mitte der weiblichen Lebensspanne.
Während Alterungsprozesse eher langsam und kontinuierlich vorangehen, ist das Klimakterium ein mehr oder weniger abrupter Vorgang: Der Begriff Menopause umschreibt das Erlöschen der Eierstockfunktion.
Die Wechseljahre lassen sich daher schwerlich als Zeichen des schnellen, vorzeitigen Alterns eines Organs verstehen.
Ab dem 40. Lebensjahr nehmen sowohl Eisprünge als auch die Gestagenproduktion langsam ab, erste Anzeichen sind unregelmäßige, oft verkürzte Monatszyklen. Etwa um das 50. Lebensjahr kommt es dann zur Menopause, darunter versteht man die letzte Menstruationsblutung.
Dabei verläuft das Erlöschen der Eierstocksfunktion in mehreren Phasen und wird von jeder Frau anders empfunden: Beginn, zeitlicher Verlauf und das Ausmaß der Veränderungen können sehr unterschiedlich sein. Konstitution, Persönlichkeit, familiäre Situation, Lebensgeschichte und sozioökonomische Faktoren sind mitbestimmend für das individuelle Erleben und Bewältigen der klimakterischen Übergangsperiode.
- Beschwerden in den Wechseljahren
- Gegenmaßnahmen
- Hormonersatztherapie (HRT)
- Andere Behandlungsmethoden
Mögliche Beschwerden in den Wechseljahren
Etwa ein Drittel aller Frauen in den Wechseljahren ist durch starke Beschwerden massiv in seiner Lebensqualität beeinträchtigt, ein Drittel verspürt keinerlei Beschwerden.
Ein Abfall der Östrogene in den Wechseljahren hat zwei wichtige Folgen:
Zunächst treten vegetative Beschwerden auf, dann folgen die degenerativen Veränderungen an Organsystemen.
Vegetative Beschwerden können sein:
- Hitzewallungen und Herzrasen
- Schlafstörungen und Erschöpfungszustände
- Unruhe, Nervosität, Reizbarkeit und Depressionen
- Nachlassende Gedächtnisleistung
Degenerative Veränderungen können sein:
- Scheidenwandatrophie (trockene, pergamentartige Schleimhaut mit Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und häufigeren Entzündungen)
- Reizblase
- Hautatrophie (dünne Haut, dünne Haare)
- Blaseninkontinenz
- Osteoporose
- Arteriosklerose
- (Alzheimer Demenz)
Gegenmaßnahmen
Die Zeitspanne zwischen Beginn des Östrogenmangels und dem erstem Auftreten von vegetativen Beschwerden ist mit wenigen Wochen kurz, bei den organischen Veränderungen wie Gewebeschrumpfung der Haut, der Blasen- und Scheidenwände, Arthrose, Osteoporose und Arteriosklerose schreitet der Verschleiß anfänglich beschwerdefrei fort, bis dann die Folgen sichtbar werden. Heute raten viele Fachleute dazu, diese Zeit für vorbeugende Gegenmaßnahmen zu nutzen und nicht abzuwarten, bis Schmerzen oder akute Ereignisse den sich entwickelnden chronischen Prozess erst offenbaren. Hierzu gehören neben einer evtl. Hormonsubstitution eine gesunde Ernährung (Nikotinverzicht, mäßiger Alkoholkonsum), Einnahme von Antioxidantien (Vitamine, Mineralstoffe) und regelmäßige Ausübung von Sport (min. 3 St/Woche Ausdauer- und Krafttraining).
Nach ObenHormonersatztherapie (HRT)
Die HRT spielt eine wichtige Rolle im Gesamtkonzept zum Erhalt von Lebensqualität und Leistungsfähigkeit in und nach den Wechseljahren. In 95 % der Fälle werden vegetative Symptome bereits nach 2 – 3 Wochen deutlich gelindert oder beseitigt.
Durch die zugeführten Hormone werden die Mangelerscheinungen sanft ausgeglichen. Zum Vergleich: Junge Frauen haben während eines Monatszyklus abhängig vom Zeitpunkt Östrogenkonzentrationen zwischen 20 – 240 pg/ml im Blut. In der Hormonersatztherapie werden die Hormonspiegel von 0 auf 20 – 40 pg/ml angehoben. Mehr ist nicht erforderlich, um gezielt östrogenmangelbedingte Beschwerden oder Krankheiten zu verhindern. Die niedrigste effektive Dosis kommt während der individuell erforderlichen Behandlungsdauer zum Einsatz, jährlich wird mit der Patientin eine Bewertung der Einnahme vorgenommen.
Bevor wir eine HRT empfehlen, sind eine gründliche gynäkologische Untersuchung, ein eingehendes Gespräch und die intensive Beratung der Patientin sowie eine evtl. Blutuntersuchung unerlässlich. Gemeinsam wägen wir Nutzen und Risiko ab.
Auch wenn die HRT aufgrund vermeintlicher und wahrer Risiken immer wieder zum Diskussionsgegenstand in den Medien wird, so hat diese Therapie doch das günstigste Nutzen-Risiko Profil; vor allem dann, wenn rechtzeitig damit begonnen wird.
Zu den Risiken: Die Gefahr von Brustkrebs erhöht sich bei einer oralen HRT nach 15 Jahren auf 4 – 7/1000 Patientinnen; bei transdermaler (über die Haut zugeführter) HRT bleibt das Risiko an Brustkrebs zu erkranken nahezu gleich, bei reiner Östrogentherapie (nur erlaubt bei Patientinnen ohne Gebärmutter) senkt sich das Risiko auf 0,8. Zum Vergleich: Rauchen oder starkes Übergewicht erhöhen das Brustkrebsrisiko auf 20 – 30/1000 Frauen, ähnlich wie übermäßiger Alkoholgenuss oder Bewegungsmangel.
Andere Behandlungsmethoden
Naturheilverfahren zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden finden zunehmend Beachtung. Die Phytotherapie beruht auf der Einnahme von Phytoöstrogenen, d. h. pflanzlichen Östrogenen, die in Soja, aber auch im Rotklee und in der Traubensilberkerze enthalten sind. Bei leichteren vegetativen Beschwerden können sie gut helfen.
Es fehlen bisher allgemein gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Langzeitanwendung.
Zum Thema Wechseljahre beraten wir Sie umfassend und gerne, im Bedarfsfall erarbeiten wir gemeinsam mit Ihnen eine geeignete Therapie für Sie.
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