Themen - Neuigkeiten aus der Frauenheilkunde
Empfängnisverhütung
Für die meisten Frauen zwischen Pubertät und Klimakterium ist Verhütung ein zentrales Thema. Angesichts der Vielzahl an Verhütungsmöglichkeiten sind die Sicherheit und die individuelle Verträglichkeit einer Methode die entscheidenden Kriterien.
Wir beraten Sie über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Möglichkeiten unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Voraussetzungen wie Vorerkrankungen, Alter, Anforderungen an die Sicherheit bzw. Handhabung einer Methode.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Verhütung bis zum 20. Lebensjahr, danach müssen Sie für die Kosten selbst aufkommen.
Die Sicherheit einer Verhütungsmethode bestimmt der so genannte Pearl-Index (PI). Der PI gibt an, wie viele von hundert Frauen pro Jahr trotz Anwendung einer bestimmten Verhütungsmethode schwanger werden. Je sicherer eine Methode also ist, desto niedriger ist der Pearl-Index.
- Antibabypille (Mikropille und Minipille)
- Spirale
- Hormonspirale (Mirena)
- Kondom
- Vaginalring
- 3-Monats-Spritze
- Verhütungsstäbchen (Implanon)
- Verhütungspflaster
- Sterilisation
- „Natürliche“ Methoden
- Postkoitale Verhütung
Weitere Informationen, insbesondere für junge Mädchen
Antibabypille
Mikropille
Die Antibabypille ist das in Deutschland beliebteste und am häufigsten verwendete Verhütungsmittel.
Die meisten Präparate sind heute Mikropillen, sie bestehen aus einem Östrogen (Ethinylöstradiol) und einem Gestagen. Einphasenpräparate enthalten in allen 21 Pillen die gleiche Menge an Wirkstoff. Sie sind einfach zu handhaben, ein Vertauschen der Pillen hat keine Konsequenzen.
Zwei- und dreistufige Präparate haben unterschiedliche, im Zyklus ansteigende Konzentrationen und werden v. a. bei chronischen Zwischenblutungen eingesetzt. Sie dürfen nicht vertauscht werden.
Die Pille unterdrückt die Ausschüttung zweier spezieller Hormone der Hirnanhangsdrüse, die im Eierstock für die Einzelreifung zuständig sind. Dieser Vorgang ist reversibel. Außerdem beeinflusst die Pille den Gebärmutterschleim, der den Muttermund so gut verschließt, dass ihn Spermien nicht mehr durchdringen können. Zuletzt verhindert die veränderte Gebärmutterschleimhaut, dass sich eine befruchtete Eizelle einnisten könnte.
Zu welcher Tageszeit die Pille eingenommen wird, spielt keine Rolle, wichtig ist die Einnahme zur ungefähr gleichen Uhrzeit. Pillen können mit einer Verspätung von bis zu 12 Stunden genommen werden, ohne dass die empfängnisverhütende Wirkung nachlässt.
Sollten Sie zusätzlich zur Pille andere Medikamente einnehmen (z. B. Antibiotika; Johanniskraut), so beraten Sie sich mit uns, denn manchmal ist in diesen Fällen die Wirksamkeit der Pille herabgesetzt.
Die Pille beeinflusst auch nach jahrelanger Einnahme die Fruchtbarkeit nicht.
Die Sicherheit der Mikropille ist sehr hoch, der Pearl Index liegt bei 0,1 – 0,9
Nebenwirkungen durch die Antibabypille treten eher selten auf, in den ersten 2 – 3 Monaten kommt es manchmal zu Zwischenblutungen, Brustspannen oder Wassereinlagerungen, selten zu Kopfschmerzen oder depressiven Verstimmungen. Meist bessern sich anfängliche Beschwerden von selbst, ansonsten muss ein anderes Präparat gewählt werden.
Zu den schwerwiegendsten Nebenwirkungen zählen Thrombosen, die in sehr seltenen Fällen äußerst gefährlich werden können. Risikofaktoren hierfür können sein: familiäre Vorbelastung, Übergewicht, Rauchen, aber auch Bluthochdruck oder Diabetes mellitus. In diesen Fällen muss das Nutzen/Risiko-Verhältnis individuell beurteilt und evtl. auf eine andere Verhütungsmethode zurückgegriffen werden.
Langzeitzyklus
Normalerweise wird die Pille über 21 Tage lang genommen, danach wird eine 7-tägige Pause eingehalten, in dieser Zeit wird die aufgebaute Schleimhaut abgestoßen, es setzt die Regelblutung ein. Beim sog. Langzeitzyklus wird auf die 7-tägige Pause verzichtet, Sie können die Pille über mehrere Monate hinweg einnehmen, ohne dass es zu einer Blutung kommt. Dabei treten keine neuen Nebenwirkungen auf, auch die Fruchtbarkeit wird nicht herabgesetzt.
Für diese Anwendungsform eignen sich nur die Einphasenpräparate.
Der Langzeitzyklus bietet sich für Patientinnen an, die während der Periode unter starken Beschwerden leiden, wie z. B. starken Regelschmerzen, starken Blutungen oder Stimmungsschwankungen. Viele Frauen und Mädchen nehmen sich auch einfach die Freiheit, den Zeitpunkt der Blutung selbst bestimmen zu können oder ganz darauf zu verzichten. Bestimmte Erkrankungen, die dem Östrogeneinfluss unterliegen, wie z. B. Myome, Eierstockzysten oder Endometriose können durch den Langzeitzyklus sogar positiv beeinflusst werden. Wenn Sie sich dafür interessieren, fragen Sie uns, ob Ihr Präparat dafür geeignet ist, wir beraten Sie gerne.
Pille vergessen – was nun?
Wird eine Pille in den ersten 7 Tagen einer Packung vergessen, sollten die nächsten 14 Tage zusätzlich (z. B. mit Kondom) verhütet werden, evtl. kann die „Pille danach“ wichtig werden. Wird die Pille in der 2. Einnahmewoche vergessen, besteht kaum die Gefahr einer Schwangerschaft. Bei einem Einnahmefehler in der 3. Woche kann es zu einem Eisprung in der darauf folgenden 7-tägigen Einnahmepause kommen. Deshalb sollte man dann entweder sofort mit der Pause beginnen, also vorziehen, oder ganz auf die Pause verzichten und gleich die nächste Packung anbrechen. Dann ist keine zusätzliche Verhütung notwendig. Sollte die Pille in einem Zyklus mehrfach vergessen worden sein, ist das Risiko einer Schwangerschaft hoch, in diesem Fall sollte unbedingt zusätzlich verhütet werden. Bei einer mehr als 7-tägigen Pause ist der Schutz im nächsten Zyklus genauso wenig gewährleistet.
Vorteile
Die Mikropille ist geeignet für Frauen, die eine sichere, verträgliche und unkomplizierte Verhütung wünschen. Spezielle Mikropillen wirken sich zudem günstig auf fettige Haare oder Haut aus, eine Akne wird meist deutlich gebessert. Eine unerwünschte Gewichtszunahme gehört aufgrund der heute sehr niedrig dosierten Präparate der Vergangenheit an. Günstige Nebenwirkungen sind auch eine weniger schmerzhafte, schwächere Blutung, weniger Zyklusunregelmäßigkeiten, Reduzierung des Risikos für Eierstockzysten und eine gute Zykluskontrolle.
Darüber hinaus lässt sich mit der Mikropille die Regelblutung leicht verschieben – z. B. wegen einer Reise (Langzeitzyklus).
Nachteile
Gegenanzeigen bzw. Kontraindikationen (z. B. Rauchen, Übergewicht, Thrombose in der Familie) müssen beachtet werden. Die Antibabypille bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen. Regelmäßige Einnahme erforderlich. Bei Einnahmefehlern oder Einnahme zusätzlicher Medikamente kann die Wirkung aufgehoben werden, es kommt schnell zu Zwischenblutungen. Übelkeit, Brustspannen, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen können auftreten.
Kosten
Die Kosten der gängigsten Mikropillen liegen zwischen 6 – 15 Euro/Monat. Bis zum 20. Lebensjahr werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
Nach ObenMinipille
Die Minipille enthält kein Östrogen, sondern lediglich ein Gestagen. Sie verhindert den Eisprung nicht, sondern verändert den Schleim im Gebärmutterhals so, dass keine Spermien mehr eindringen können. Darüber hinaus kann sich auch die innere Gebärmutterschleimhaut nicht aufbauen, selbst eine befruchtete Eizelle könnte sich nicht einnisten. Die Minipille muss kontinuierlich täglich ohne Einnahmepause eingenommen werden, und zwar sehr pünktlich zur immer gleichen Uhrzeit.
Der Pearl Index liegt aufgrund von häufigen Einnahmefehlern bei 3 – 4.
Vorteile
Da die Minipille keine Östrogene enthält, eignet sie sich auch für Frauen, die rauchen, übergewichtig und/oder thrombosegefährdet sind. Die Minipille kann auch während der Stillzeit bedenkenlos eingenommen werden.
Nachteile
Unter der Minipille kommt es häufig zu Zwischenblutungen und Schmierblutungen. Die sehr pünktliche Einnahme bereitet vielen Frauen auf die Dauer Schwierigkeiten. Die Periode kann unter Umständen auch ganz ausbleiben, was viele Frauen beunruhigt.
Die Mikropille bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen.
Kosten
Die Minipille kostet ca. 12 Euro/Monat. Bis zum 20. Lebensjahr werden die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.
Nach ObenSpirale (IUP = Intrauterinpessar)
Die Spirale besteht aus einem kleinen, weichen T-förmigen Kunststoffkörper, umwickelt von einem feinen Kupferdraht. Durch die erhöhte Konzentration von Kupferionen werden die Spermien inaktiviert, so dass eine Befruchtung nicht zustande kommt. Sollte dennoch einmal eine Eizelle befruchtet werden, verhindert die Spirale deren Einnisten.
Die Spirale wird während der Periode in die Gebärmutter eingesetzt. Zu diesem Zeitpunkt können wir sicher sein, dass keine Schwangerschaft vorliegt, außerdem ist während der Menstruation der Muttermund weit geöffnet, so dass das Einlegen vereinfacht wird. Nach dem Einsetzen sucht sich die Spirale die richtige Lage, unter Umständen empfinden Sie dabei für kurze Zeit ein ziehendes Gefühl, ähnlich wie Menstruationsbeschwerden.
Der Pearl-Index der Spirale liegt bei 0,3 –1.
Vorteile
Die Spirale greift nicht in das hormonelle System der Frau ein. Sie bietet längerfristige Verhütung für 2 bis 3 Jahre. Anwendungsfehler sind nicht möglich.
Der Aufwand ist äußerst gering: Der Sitz der Spirale sollte lediglich zweimal jährlich bei der normalen gynäkologischen Untersuchung per Ultraschall kontrolliert werden. Nach dem Entfernen der Spirale ist eine Schwangerschaft sofort wieder möglich, da der Hormonkreislauf nicht beeinflusst wird.
Erbrechen oder Durchfall beeinträchtigen die Wirksamkeit nicht.
Nachteile
Manchmal verstärkte Menstruationsblutungen während der ersten Monate.
Leicht erhöhtes Risiko für Gebärmutter- oder Eileiterentzündungen sowie Eileiterschwangerschaften. Die Spirale bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen.
Kosten
Die Kosten für die Einlage einer Spirale betragen 180 Euro (Liegezeit 2 bis 3 Jahre), die halbjährliche Kontrolle 18 Euro.
Nach ObenHormonspirale (Mirena)
Wie die Kupferspirale besteht auch die Hormonspirale (Mirena) aus einem kleinen T-förmigen Kunststoffkörper. Anstatt Kupfer wird jeden Tag eine sehr geringe Menge an Gestagenen in die Gebärmutter freigesetzt, dadurch wird der Cervixschleim so verdickt, dass ihn Spermien kaum durchdringen können. Außerdem verhindert das Gestagen den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. Die Hormonspirale wird wie jede Spirale am besten während der Menstruation eingesetzt.
Mit einem Pearl-Index von 0,1 ist die Hormonspirale eine sehr sichere Verhütungsmethode.
Vorteile
Anwendungsfehler sind nicht möglich.
Die Menstruation wird deutlich schwächer, bei 30 % der Frauen bleibt die Blutung ganz aus.
Die Hormonspirale ist eine langfristige und preiswerte Verhütung, sie eignet sich auch für Frauen, die auf östrogenhaltige Präparate verzichten wollen oder müssen.
Keine Beeinträchtigung durch Durchfall oder Erbrechen.
Nachteile
In den ersten Monaten kann es zu Zwischen- oder Schmierblutungen kommen. Die Hormonspirale bietet keinen Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen.
In Einzelfällen ungünstig für Haut und Haare.
Es besteht ein leicht erhöhtes Risiko für Gebärmutter- oder Eileiterentzündungen sowie Eileiterschwangerschaften.
Selten treten Kopfschmerzen oder Gewichtsschwankungen auf.
Kosten
Die Kosten für die Hormonspirale belaufen sich auf 360 Euro (Liegezeit 5 Jahre).
Halbjährliche Ultraschallkontrollen etwa 18 Euro.
Kondom
Nach der Pille ist das Kondom auch heute noch die zweithäufigste Verhütungsmethode. Vor dem Geschlechtsverkehr wird das Kondom über den erigierten Penis gestülpt und abgerollt, das Reservoir am Ende des Kondoms nimmt die Samenflüssigkeit auf. Nach dem Samenerguss muss der Penis noch in erigiertem Zustand vorsichtig aus der Scheide herausgezogen werden, das Kondom sollte dabei festgehalten werden. Auf diese Weise gelangen keine Spermien in die Scheide, eine Schwangerschaft wird verhindert.
Kondome sind in allen möglichen Größe, Farben und Variationen frei verkäuflich.
Der Pearl-Index ist mit 3 – 11 relativ hoch, der Grund dafür ist die häufige falsche Anwendung von Kondomen.
Vorteile
Kondome schützen als einzige Methode vor sexuell übertragbaren Erkrankungen. Sie ermöglichen eine Verhütung bei Bedarf und ohne hormonelle Belastung. Kondome sind ohne Rezept in allen Apotheken/Drogeriemärkten zu kaufen.
Nachteile
Unter Umständen störende Unterbrechung des Geschlechtsaktes. Empfindungsstörungen beim Mann. Nur geringe Verhütungssicherheit.
Kosten
Kondome kosten circa 0,50 bis 1 Euro pro Stück.
Nach ObenVaginalring (Nuva Ring)
Der Nuva Ring enthält – genau wie die Mikropille – ein Östrogen und ein Gestagen und wirkt auch auf die gleiche Art und Weise. Der Ring mit einem äußeren Durchmesser von 56 mm und einer Dicke von 4 mm wird in die Scheide eingeführt und bleibt dort 21 Tage liegen. In dieser Zeit gibt er kontinuierlich kleine Mengen an Hormonen ab. Nach 21 Tagen wird er entfernt, es folgt wie bei der Pille eine 7-tägige Pause, in der die Blutung eintritt. Der Ring darf für kurze Zeit (bis zu 3 Stunden) entfernt werden, wenn er z. B. beim Geschlechtsverkehr als störend empfunden wird.
Vorteile
Regelmäßige Einnahmezeiten wie bei der Pille werden vermieden. Keine zusätzliche Belastung für den Magen bei Frauen, die öfter unter Magenschmerzen leiden. Erbrechen hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit. Der Vaginalring bietet eine niedrigere Dosierung als die herkömmliche Mikropille.
Nachteile
Der Ring kann beim Verkehr als störend empfunden werden. Bei schwerem Stuhlgang, Husten oder während des Geschlechtsverkehrs kann der Ring unbemerkt herausrutschen. Ausfluss und Entzündungen der Scheide kommen häufiger vor. Der Vaginalring schützt nicht vor sexuell übertragbaren Erkrankungen. Es kann wie bei der Pille zu Kopfschmerzen, Brustspannen, Stimmungsschwankungen und Wassereinlagerungen kommen.
Kosten
Der Ring kostet etwa 14 Euro monatlich, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bis zum 20. Lebensjahr.
Nach Oben3-Monats-Spritze
Die 3-Monats-Spritze enthält nur ein Gestagen und ähnelt damit der Minipille. Sie wird zweimal alle 2 Monate, danach alle 3 Monate in den Gesäßmuskel injiziert, die Wirkstoffe gelangen langsam und verzögert an die Gebärmutter und die Eierstöcke. Die Wirkung erfolgt über eine Verdickung des Gebärmutterhalsschleims, gleichzeitig wird der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut vermindert.
Der Pearl Index liegt bei 0,2 – 1,4, damit handelt es sich um ein sicheres Verhütungsmittel.
Vorteil
Keine regelmäßigen Einnahmezeiten wie bei der Pille. Geringes Risiko von Anwendungsfehlern. Keine Beeinträchtigung durch Erbrechen oder Durchfall. Geeignet für Frauen, die keine östrogenhaltigen Präparate einnehmen dürfen. Schwache oder ganz ausbleibende Menstruationsblutung.
Nachteile
Die 3-Monats-Spritze schützt nicht vor sexuell übertragbaren Erkrankungen. Ein spontanes Absetzten ist nicht möglich. Oft kommt es zu Zwischenblutungen. Bei längerer Anwendung kann es durch Entzug von Calcium am Knochen zu einer Osteoporose kommen. Unter Umständen können Akne, Gewichtszunahme oder Libidoverlust auftreten.
Kosten
Die Spritze ist verschreibungspflichtig, die Kosten betragen etwa 30 Euro pro Spritze, die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten bis zum 20. Lebensjahr.
Nach ObenVerhütungsstäbchen (Implanon)
Wie die 3-Monats-Spritze oder die Minipille enthält das Verhütungsstäbchen nur ein Gestagen. 4 cm lang, 2 mm dick und flexibel wird es nach einer kleinen lokalen Betäubung direkt unter die Haut des Oberarms gelegt und verbleibt dort für 3 Jahre. Der Eingriff verläuft völlig schmerzfrei. Das Stäbchen ist jederzeit tastbar, aber nicht zu spüren.
Der Pearl Index liegt bei 0,1, ist also sehr sicher.
Vorteile
Das Verhütungsstäbchen bietet langfristige Verhütung, es eignet sich auch für Frauen, die kein östrogenhaltiges Präparat nehmen dürfen (z. B. wegen Alter, Rauchen, Thrombosegefahr oder Übergewicht). Keine Beeinflussung durch Erbrechen oder Durchfall. Abnahme der Blutungsstärke und von Menstruationsschmerzen.
Nachteile
Anfangs häufigere Zwischenblutungen. Gelegentliches Auftreten von Akne oder Gewichtszunahme (< 10 %) Kein Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen. Bei langjähriger Einnahme gering erhöhtes Osteoporoserisiko durch den Östrogenmangel.
Kosten
Das Hormonstäbchen kostet etwa 340 Euro.
Nach ObenVerhütungspflaster
Hormonpflaster werden seit einiger Zeit nicht nur bei Wechseljahrsbeschwerden, sondern auch zur Verhütung eingesetzt. Die Zusammenstellung der Hormone und die Wirkweise sind mit der Mikropille vergleichbar, durch das Pflaster werden die Hormone jedoch gleichmäßig über die Haut aufgenommen. Dabei wird das Verhütungspflaster drei Wochen lang einmal wöchentlich gewechselt, dann folgt eine Woche Pause ohne Pflaster, in dieser Zeit kommt es zur Blutung.
Der Pearl-Index liegt bei 0,8 – 1,0.
Vorteile
Kein Einfluss der Sicherheit bei Erbrechen oder Durchfall. Genaue, regelmäßige Einnahmezeiten sind nicht zu beachten.
Nachteile
Kein Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen. Häufigere Hautrötungen als Reaktion auf das Pflaster. Nebenwirkungen ähnlich der Mikropille (Brustspannen, Gewichtszunahme etc.). Pflaster ist deutlich sichtbar und nicht sehr diskret.
Kosten
Das Pflaster kostet etwa 14 Euro pro Monat, es ist verschreibungspflichtig, bis zum 20. Lebensjahr werden die Kosten übernommen.
Nach ObenSterilisation
Da eine Sterilisation zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit führt, setzt sie eine definitiv abgeschlossene Familienplanung voraus. Der Eingriff erfolgt heute ambulant. Bei der Frau werden in Vollnarkose durch eine Bauchspiegelung die Eileiter durchtrennt, so dass Spermien und Eizelle nicht mehr aufeinander treffen können.
Beim Mann erfolgt der Eingriff in örtlicher Betäubung, die Samenleiter werden durchtrennt.
Der Pearl Index für Frauen und Männer liegt bei 0,1, d.h. die Sicherheit ist sehr hoch.
Vorteile
Dauerhafte, sichere Verhütung ohne hormonelle Beeinflussung.
Nachteile
Eine Sterilisation ist kaum rückgängig zu machen. Bei Frauen ist eine Operation unter Vollnarkose mit allen Risiken nötig (Verletzung von Blase, Darm; Infektionen, Nachblutungen). Kein Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen.
Kosten
Eine Sterilisationsoperation kostet circa 600 Euro, die Kosten werden nicht übernommen.
Nach Oben„Natürliche“ Methoden
Die „natürliche“ Verhütung – d.h. der Verzicht auf jegliche Hilfsmittel – setzt zunächst einmal fundierte Grundkenntnisse über den weiblichen Zyklus voraus.
Bei einem regelmäßigen 28-tägigem Zyklus (1. Blutungstag = 1. Zyklustag) wird der Eisprung etwa am 14. Zyklustag stattfinden. Da das männliche Sperma mehrere Tage befruchtungsfähig sein kann, beginnt die fruchtbare Zeit der Frau mehrere Tage vor dem Eisprung, also etwa am 9. – 10. Zyklustag. Die sicher unfruchtbare Zeit der Frau fängt circa 2 Tage nach dem Eisprung an und geht bis zum Einsetzen der Periode.
Temperaturmessmethode
Grundlage für diese Verhütungsmethode ist der Anstieg der Körpertemperatur nach dem Eisprung. Jeden Morgen wird nach mindestens 6-stündigem Schlaf und noch vor dem Aufstehen die Temperatur gemessen und in eine Tabelle eingetragen. Bis zum Eisprung (14. Zyklustag) liegt sie normalerweise zwischen 36,5°C und 37°C, nach dem Eisprung steigt sie um etwa 0,5 Grad Celsius. Danach beginnt die unfruchtbare Zeit.
Die ersten 9 Tage nach dem Eisprung sind jedoch nur bedingt unfruchtbar, da schon kleinste Lebensveränderungen den Zeitpunkt des Eisprungs verschieben können. Die Temperaturmessmethode setzt einen sehr regelmäßigen Zyklus voraus und ist nicht geeignet für Frauen, die im Schicht- oder Nachtdienst arbeiten oder aus beruflichen Gründen oft im Ausland sind. Der Pearl-Index liegt bei etwa 1,5 – 4.
Vorteile
Keine hormonelle Belastung für den Körper. Schult die Sensibilität für die eigenen hormonellen Vorgänge.
Nachteile
Schon leichte Lebensveränderungen (Stress, wenig Schlaf, Medikamente) können die Temperaturkurve verändern. Kein Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen.
Nach ObenPostkoitale Verhütung („Pille danach, Spirale danach“)
Diese Methode ist eine Notlösung, sollte es doch einmal zum Zeitpunkt des Eisprungs zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr gekommen sein. Innerhalb von 24 max. 48 Stunden nach dem Verkehr sollte die „Pille danach“ eingenommen werden. Hierbei handelt es sich um ein hoch dosiertes Hormonpräparat, das die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Schleimhaut der Gebärmutter verhindert. Die „Pille danach“ ist verschreibungspflichtig, Nebenwirkungen können Erbrechen und Übelkeit sein.
Eine ähnliche Wirkung bietet die „Spirale danach“, sie verhindert ebenfalls eine Einnistung, sie muss bis 4 Tage nach dem Verkehr gelegt werden.